Vorfrühling: Herzlich willkommen!

Wir können das Wetter nicht ändern – aber wir können es nach allen Regeln der Kunst genießen. Der phänologische Kalender legt das Ende des Winters auf den Moment, in dem das Schneeglöckchen beschließt, seine Blüte ganz zu öffnen und der Haselstrauch seine Kätzchen streckt und die Pollen entläßt. Dies ist gleichzeitig der Beginn des Vorfrühlings. In unserem Garten ist es so weit. Herrlich. Vor ein paar Tagen sah ich die erste große Hummel – sie tat sich gütlich am Blütensegen der chinesischen Winterblüte und der Winter-Duftheckenkirsche. Der Duft dieser beiden Sträucher erfüllt den ganzen Garten. Amseln, Meisen, Mittelspecht und Buntspecht, Grünfinken, Spatzen und Zeisige sind emsig dabei, ihr Revier abzustecken. Morgens und abends ertönt der Gesang der Amsel – noch leise, die Strophen variieren: Chorprobe.

Bei einem Spaziergang an der Trave zog die erste V-Formation Kraniche vorbei. Einige Krokusse zeigen ihre Farbe an geschützten Stellen, wo die Sonne den Boden schon etwas erwärmt hat. Egal, was das Jahr noch so bringt – jetzt ist es wunderschön da draußen.

Duftende Kostbarkeit im Dezember

Der Winter ist noch gnädig – die Pflanzen danken es mit einer sehr frühen Blüte. Die Winter-Heckenkirsche (Lonicera purpusii), ein zum Teil wintergrüner Strauch, zeigt ihre stark honig-ähnlich duftenden, cremefarbenen Blüten jetzt im Dezember. Bei Kälteeinbruch stoppt die Entwicklung der Blüten, bis es wieder etwas wärmer wird.

Die Tage werden von nun an wieder länger – das erste Schneeglöckchen wird das Ende des Winters einläuten. Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2014.

Andrea Schulte-Braatz

Trüber November?

Die Tage werden merklich kürzer. Seit der Zeitumstellung Ende Oktober gehe ich im Dunkeln zur Arbeit und komme im Dunkeln nach Hause. Die Natur bereitet sich auf Frost und Sturm vor: Blattverfärbung und Laubfall sind unaufhaltsam und ein wenig frustrierend zu beobachten. Was gibt es Schönes? Der Duftschneeball beginnt zu blühen:

Damit die Vogelwelt, die Raupen, Läuse und andere Krabbeltiere kräftig im Zaum gehalten hat, gut über den Winter kommt, habe ich besondere “Pflanzen” getopft:

Den harten Winter 2012/2013 macht der milde Spätherbst ein wenig gut. Der Winterjasmin steht dieses Jahr schon im November in voller Blüte:

Die üppigen Blüten der Hortensien gefallen mir zu dieser Zeit am besten: etwas verblasst, rosa angehaucht in voller Größe über dem noch kräftigen Grün des Laubes stehend:

Trüber November? Keine Spur – bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Charme dieser Jahreszeit.

 

Winterpause

Der Winter legt eine Pause ein. Die Winterblüher nutzen ihre Chance. Über Nacht öffnete die Hamamelis alle Blüten auf einmal. Die Winterlinge und Schneeglöckchen zeigen ihre Knospen, man ahnt die Farben. Wir haben den Tag genutzt und die Apfelbäume geschnitten.

Stressreport Deutschland 2012

Frau von der Leyen stellt den Stressreport 2012 anläßlich einer Tagung vor. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat hierfür bundesweit fast 18.000 Arbeitnehmer zu psychischen Anforderungen, Belastungen und Stressfolgen  befragt.

Demnach sind zunächst einmal 43 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass ihr Arbeitsstress in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. 19 Prozent fühlen sich überfordert und rund jeder zweite Arbeitnehmer (52 Prozent) arbeitet nach eigenen Angaben unter starkem Termin- und Leistungsdruck.

Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, verschiedene Aufgaben gleichzeitig betreuen zu müssen. Fast jeder Zweite (44 Prozent) wird demnach bei der Arbeit durch Störungen wie Telefonate und E-Mails unterbrochen. Weil für 47 Prozent der Beschäftigten Ruhepausen nicht in den Arbeitsablauf passen oder sie nach eigenem Bekunden zu viel Arbeit haben (38 Prozent), lässt jeder Vierte (26 Prozent) die Pause ausfallen.

Insgesamt 64 Prozent der Beschäftigten arbeiten dem Report zufolge auch am Samstag, 38 Prozent an Sonn- und Feiertagen. Fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche, rund ein Sechstel sogar mehr als 48 Stunden. Dies führt dazu, dass 40 Prozent der Befragten arbeitsbedingt nur selten oder nie Rücksicht auf familiäre oder private Interessen nehmen können.

Die Arbeitsbelastung führt zudem auch immer öfter zu Krankheiten. Klagten 2006 noch 43 Prozent über Rückenschmerzen waren es im vergangenen Jahr bereits 47 Prozent. Während 2006 nur 30 Prozent unter stressbedingten Kopfschmerzen litten, waren es 2012 bereits 35 Prozent. Die Anzahl der von nächtlichen Schlafstörungen geplagten Arbeitnehmern stieg von 20 auf 27 Prozent.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen appellierte an die Verantwortung der Unternehmen. “Stress bei der Arbeit kann vorkommen, aber nicht dauerhaft. Und er darf auch nicht krank machen”, sagte die CDU-Politikerin der Bild-Zeitung und kündigte Konsequenzen an. “Ich will dem chronischen Stress den Kampf ansagen und erwarte, dass die Betriebe mitziehen.”

Der erste Versuch der Umsetzung der Ergebnisse scheiterte: Die von den Gewerkschaftsvertretern (IG Metall) und der SPD geforderte Anti-Stress-Verordnung wurde vom den Arbeitgeberverbänden nicht akzeptiert. Die Initiative geht aus von den Gewerkschaften. Die IG Metall hatte eine Verordnung gefordert, die eine eindeutige Trennung von Arbeitszeit und Freizeit vorsieht. Beschäftigte sollten vor permanenter Erreichbarkeit per Smartphone geschützt werden. Ein bedeutender Faktor für Wohlbefinden und Gesundheit liege auch im Betriebsklima und bei angemessenem Führungsverhalten der Vorgesetzten.

Hierzu zitiere ich aus dem Fazit des Stressreports:

“Auch wenn sich Erfolge nicht immer unmittelbar zeigen: gut gestaltete Arbeit heute ist die Voraussetzung für gesunde und motiviert arbeitende Erwerbstätige von morgen. Unzweifelhaft kann wohl dabei gelten, dass – eingedenk des demografischen Wandels, der sukzessiven Erhöhung des Renteneinstiegsalters und des erwarteten Fachkräftemangels – der Erhalt und die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, in unser aller Interesse liegt – von Politik, Gesellschaft, Unternehmen und von jedem Einzelnen von uns.”

Für Jäger und Sammler

Ich vermute, es ist ein in der frühesten Menschheitsgeschichte verankertes Bedürfnis, seine Schätze zu verstauen und mit sich herum zu tragen. Anders kann ich mir die Begeisterung, die ich bei der Herstellung der folgenden Produkte hatte, nicht erklären. Auch die Beschenkten, die Wünsche zu Art, Funktion und Beschaffenheit geäußert haben, lassen mich in dem Glauben, genau das Richtige gefertigt zu haben. Selbst etwas Herzustellen und es zu Verschenken macht mich fröhlich.

Maßanfertigung für den Aquarell-Maler

Etwas für die kleinen Dinge, die sonst überallrumliegen und unauffindbar wären

 

Maßanfertigung für alles, was zur Hand sein muß

Sich selbst sollte man auch nicht vergessen: Mit Reißverschluß und diversen Innentaschen: ein Alleskönner

Lübeck, 14.01.2013

Herbstfrüchte verarbeiten

Zweierlei Zwetschgenmus: Im Backofen und im Topf gekocht

Selbstgemachtes Zwetschgenmus ist ein Gedicht. Genial die Zubereitung im Backofen – nach der Zubereitung im Kochtopf kann man die Küche grundreinigen. Ich wüßte nicht, wie man verhindert, dass alles vollspritzt, da das Mus ohne Deckel einkochen muß. Lecker ist beides…

Für Grillfans: Mango-Chutney und Kürbis-Apfel-Chutney

Die schöne Farbe des Kürbis-Apfel-Chutney kommt vom Hokkaido-Kürbis. Beim Mango-Chutney muß man reife Mango nehmen. Beides sehr lecker auf Chips, zu Käse und natürlich zu Fleisch…

Andrea Schulte-Braatz, Lübeck

März: die Natur wacht auf

Heute mußte ich die Arbeit unbedingt etwas früher beenden – die Sonne schien im Norden und es war schon richtig warm, wenn man sich unseren Wind wegdachte und der Garten rief vernehmlich… Auf dem Weg nach Hause in meinem Lieblings-Gartencenter Flora Nova in Lübeck vorbeigefahren und rotlaubige Waldstaudenprimeln und purpur blühende Stauden-Gänsekresse erstanden, dazu farblich passende dunkelrote Hornveilchen. Dann ab in den Garten und fotographisch festgehalten, was die Sonne bislang hervorgelockt hat:

Iris reticulata

Die erste Hummel

Cornus mas Jolico - Kornelkirsche

Galanthus nivalis - Schneeglöckchen

Abeliophyllum distichum - Schneeforsythie

Und natürlich die vielen Crocus-Arten:

Es macht mir große Freude, den Boden nach dem Winter frei zu räumen von altem Laub und Unkraut. Nachdem auch die verblühten Staudenstängel abgeschnitten wurden und die Erde aufgelockert wurde, kann ich mir so richtig vorstellen, wie alles anfängt zu wachsen. Bei vielen Stauden zeigen sich schon kleine Triebspitzen: DasTränende Herz (Dicentra spectabilis) bereitet sich auf den Frühstart vor, der Staudenmohn (Papaver orientale) hat schon ordentlich vorgelegt. Der Kompostberg wächst und wächst – irgendwann werde ich Zeit finden, ihn zu sieben und zu dämpfen. Letzteres habe ich mir fest vorgenommen, da im letzten Jahr zuviele Schneckeneier überlebt haben… Die Gräser lasse ich noch etwas in Ruhe, bei den englichen Rosen habe ich die schützenden Tannenzweige entfernt. Da aber bestimmt noch mit Frost zu rechnen ist, lasse ich sie noch angehäufelt und schneide auch noch nicht. So kann Luft und Sonne an die Zweige, aber sie haben “warme Füße”. Die Funkien lassen sich Zeit, da ist noch nichts zu sehen.

Andrea Schulte-Braatz, Lübeck

 

An trüben Tagen die Früchte des letzten Sommers geniessen

Himbeeren, Apfelbeeren, Stachelbeeren, Rosen, Klaräpfel: der Sommer im Glas

In unserem Garten steht ein besonderer Apfelbaum, dessen Früchte man im Handel nicht bekommt: ein Klarapfel. Diese Äpfel sind im Juli schon reif. Da sie nicht gelagert werden können, verarbeitet man sie am besten direkt vom Baum. Genial geeignet für Apfelmus. Auch lecker: Apfel-Rosen-Gelee mit Blüten der wunderbar duftenden englischen Rosen. Herzhafte Variante: Apfel-Ingwer-Gelee. Schmeckt auch gut zu Käse oder Grillfleisch.

Der Renner: Himbeer-Gelee und Himbeer-Konfitüre. Das Aroma der Himbeeren bleibt wunderbar erhalten, wenn das Verhältnis Frucht:Zucker 2:1 ist. Im Handel kann man das so nicht bekommen.

Neu entdeckt: Der heimische Strauch Aronia (Apfelbeere). Apfelbeere-Nektarinen-Marmelade ist ein Genuss.

Fruchtig-säuerlich: Rote Stachelbeer-Marmelade.

Erprobte Verwendung der Marmeladen-Variationen: Auf Toast, Waffeln, Pfannkuchen, frischen Brötchen,…..

Andrea Schulte-Braatz, Lübeck